Düsseldorf von Dreischeibenhaus aus gesehen
94 Meter. So weit ist es vom Asphalt bis dorthin, wo ich im April stand. Das Dreischeibenhaus trägt seinen Namen, weil es aus drei schmalen Scheiben besteht, die nebeneinander in den Himmel stehen – und ganz oben, auf dem Dach, ist man der Stadt entkommen, ohne sie zu verlassen.
Ich war zweimal oben. Einmal bei Wetter, das alles leicht macht: hoher Himmel, klare Kanten, jedes Dach in der Tiefe sauber abgesetzt. Und einmal unter einer geschlossenen Wolkendecke, die das Licht weich macht und die Farben aus der Stadt zieht, bis nur noch Grau in Grau bleibt. Zwei völlig verschiedene Tage am selben Ort. Manchmal ist das Wetter das eigentliche Motiv.
Von der Terrasse
Ein Teil der Bilder entstand auf der Dachterrasse im 22. Obergeschoss. Hier ist man noch geschützt, hinter Glas und Geländer, und sieht Düsseldorf wie ausgebreitet liegen. Der Sonnentag schenkte mir lange Sichtlinien – der Rhein als heller Streifen, die Türme klar gestaffelt, der Fernsehturm als Fixpunkt. An der Geländerkante macht die D750 das, was sie gut kann: viel Tiefe halten, ohne dass die Schatten absaufen.
Auf dem Dach
Die andere Hälfte aber kommt von ganz oben, vom eigentlichen Dach. Dort ändert sich etwas. Es ist nicht nur höher, es ist offener – der Wind, das Geräusch der Stadt, das von unten heraufkommt, und dieses leichte Ziehen im Magen, wenn ich mich der Kante nähere. Bei mir ist das kein Angstgefühl, eher das Gegenteil: ein kleines Glück. Respekt vor der Höhe, ja, aber keine Furcht. Am bewölkten Tag verschwand der Horizont fast im Dunst, und die Stadt wirkte wie ein Modell unter einer grauen Glocke. Kein dramatisches Licht, kein Postkartenblau. Aber genau das hatte seine eigene Ruhe.
Zwei Tage, eine Höhe. Das Wetter hat aus demselben Standort zwei verschiedene Städte gemacht – und mir gezeigt, dass es nicht das blaue Bild gegen das graue Bild ist. Es sind einfach zwei Arten, Düsseldorf von oben zu sehen.




















