Das weltweit größte Oldtimermuseum: Die Sammlung Schlumpf
Diese riesige Sammlung ist den Brüdern Schlumpf zu verdanken, die jahrzehntelang heimlich zahlreiche Bugattis und klassische Fahrzeuge erwarben.
Am Osterwochenende waren wir in der Schweiz und machten einen Abstecher nach Mulhouse in Frankreich. Die Ausstellung war sehenswert, und man hätte noch viele Stunden dort verbringen können. Es gab immer wieder Neues zu entdecken, und gerne hätte ich noch die eine oder andere Detailaufnahme gemacht.
Das Wichtigste in Kürze
Größte Sammlung: Über 450 außergewöhnliche Fahrzeuge von 99 Marken auf 17.000 m² – darunter die weltgrößte Bugatti-Sammlung mit 150 Exemplaren [2].
Die Kronjuwelen: Zwei von weltweit nur sechs Bugatti Royale. Jedes Auto ist 6 Meter lang, wiegt 3 Tonnen und hat 200-300 PS [3].
Dramatische Geschichte: Fritz Schlumpf kaufte zwischen 1961 und 1963 heimlich Oldtimer. 1976 flohen die Brüder nach Basel, 1978 wurde die Sammlung zum historischen Denkmal Frankreichs [4].
Magische Atmosphäre: 800 kunstvolle Kandelaber nach Vorbild des Pont Alexandre III tauchen die Halle in theatralisches Licht [5].
Die Geschichte der Gebrüder Schlumpf
Hans und Fritz Schlumpf bauten ab 1935 ein Textilimperium auf. Doch Fritz’ wahre Leidenschaft galt den Oldtimern – besonders den Bugattis aus dem elsässischen Molsheim.
Ab 1961 kaufte er heimlich mit Strohmännern Fahrzeuge aus ganz Europa und den USA. Für ihn war klar: “Diese Autos sind alle im Elsass gebaut worden. Dahin müssen sie auch wieder zurück” [5].
1965 baute er eine alte Wollspinnerei zur 17.000 m² großen Ausstellungshalle um. Doch 1976 kam die Krise: Die Textilindustrie brach zusammen, die Brüder flohen nach Basel. 1982 öffnete das Museum offiziell [6].
Die Highlights
Die Bugatti Royale: Absolute Prachtstücke. Mit 6 Metern Länge und 3 Tonnen Gewicht sollten sie Könige begeistern – fanden aber kaum Käufer. Von sechs gebauten Exemplaren stehen zwei in Mulhouse: der “Coupé Napoléon” (Ettore Bugattis Privatwagen) und der Royale Esders.
Die Zeitreise: 437 Autos von 99 Marken zeigen die Entwicklung vom ersten Dampfwagen bis heute. Mercedes-Benz, Rolls-Royce, Ferrari, Porsche, Maserati – lauter Ikonen in makellosem Zustand.
Besondere Sammlungen: Über 100 Kinderautos zeigen ein Jahrhundert Automobilgeschichte im Miniaturformat. Die Kühlerfiguren-Sammlung mit der berühmten “Spirit of Ecstasy” von Rolls-Royce ist ein Highlight für Detailliebhaber.
Mein Besuch
Die Atmosphäre ist einzigartig. Man betritt diese riesige Halle, und plötzlich steht man zwischen Hunderten glänzenden Karossen. Die 800 Kandelaber tauchen alles in warmes, fast theatralisches Licht.
Die Autos sind inszeniert: Mal in Reih und Glied, mal gruppiert nach Epochen – die “Vorfahren” (1895-1918), die “Klassiker” (1918-1938) und die modernen Autos (nach 1945).
Besonders beeindruckend: Der Bereich “Automobile Masterpieces” mit den drei Bugatti Royale. Sie stehen da wie Könige in ihrem Thronsaal – majestätisch, unnahbar, faszinierend.
Praktisches
Das Museum liegt in Mulhouse, 5 Minuten vom Stadtzentrum und 20 Minuten von Basel entfernt. Adresse: 17 rue de la Mertzau, 68100 Mulhouse. Mehr Infos: www.musee-automobile.fr.
Hier nun eine Auswahl meiner Fotografien von diesem beeindruckenden Besuch.
